Sich selbst ermutigen – Jedes Mal aufs Neue

Dieser Text richtet sich an alle ruhelosen Träumer*innen, an alle durch die Nacht schwärmenden Philosoph*innen und an alle Kämpfer*innen für eine gerechtere Welt. Er richtet sich an Alle, die die Anarchie im Geiste und im Herzen tragen. An die Menschen, denen die nach Verwirklichung schreiende, bessere Welt bereits als buntes, vielfältiges Luftschloss in den Köpfen herumschwirrt. Aber vor allem richtet er sich an die Menschen, deren Visionen allzu oft an den grauen Grenzen der Realität halt machen müssen, die Menschen, die tagtäglich auf undankbarste Art und Weise Erfahrungen mit der Kleinkariertheit der öffentlichen Meinung machen müssen. Noch Leben wir in einer Welt voller Statist*innen, wobei die Statistik die öffentliche Meinung widerspiegelt. Statist*innen, deren Geist unter dem Joch von Gesetz & Moral verblasst ist, die am unveränderlichen Ist-Zustand festhalten und ihr Leben dafür aufopfern, ohne je wirklich gelebt zu haben. Emanzipatorische Bewegungen treten mittlerweile in einem viel globaleren Rahmen zu Tage, jedoch standen sie wahrscheinlich auch noch nie einer größeren Massen an Statist*innen gegenüber, die nicht verstehen, dass Statistiken auch nur Momentaufnahmen sind.

Ihr seid mit eurem Denken nicht Alleine. Ihr seid nicht nur hunderte oder tausende, sondern sicher mehr als 100.000 Seelen, die sich täglich intensiv mit den überflüssigen Erschwernissen des eigenen Lebens, dessen Gestaltung sich übergeorndete Individuen annehmen wollen, auseinandersetzen. Menschen, die das Jetzt als schädlichen Zustand in vielerlei Hinsicht betrachten, nicht nur für sich selbst, sondern für nahezu jedermensch. Menschen, die es unablässig Fühlen können, dass sie in einen Käfig eingesperrt sind, deren Grenzen die durch Recht und Gesetz gelenkte öffentliche Meinung bilden. Es gibt unzählige Projekte, in denen sich aktiv und praktisch mit den Möglichkeiten eines alternativen Lebens auseinandergesetzt wird. Es gibt unzählige Menschen, die gern Teil solcher Projekte, Teil solcher Bestrebungen werden wollen. Und es gibt Leute, die Denken, sie sind zu wenige, um diese Bewegung, die uns eine bessere Zukunft aufzeigt, voranzutreiben. Die Kunst liegt darin, zu Erkennen, dass nicht ihr falsch denkt, sondern die starre Masse sich des Denkens verweigert. Jeder Mensch ist einer mehr. Damit die starre Masse aus dem Gleichgewicht kommt und die verschiedenen Individuen ihre Fesseln ablegen können, braucht es AHA-Momente. Jetzt kommst du ins Spiel, als kreativer, freier Geist. Du als Mensch, der eine ungefähre Vorstellung davon hat, aus welchen Bestandteilen die gerechtere Welt bestehen sollte. Ob bei einer direkten, gemeinsam Aktion, in denen du zusammen mit deinen Freund*innen die Freiheit bereits riechen kannst oder bei einer selbstorganisierten Veranstaltung, in der wir als Individuen die Regeln bestimmen. Bei einer fetzigen Banneraktion, die für ein „Ohhooo“ gesorgt hat oder wenn wir es als Gruppe selbstermächtigter Indivduen geschafft haben, uns vor Nazis und Bullen auf die Straße zu setzen. Zeige den Menschen das schöne Leben und sie werden sich über sich ärgern und irgendwann, wenn das System immer massiver ins Wanken gerät und die Menschen beginnen zu Zweifeln, werden sie an deiner Seite stehen.

Wenn du lernst, bewusst du selbst zu sein, Konventionen verachtend, dann bist du selbstbewusst und lernst, deine eigene Ausdrucksform zu finden. Du lernst es, dich gegenüber dem unreflektierten Shitstorm derer, die nicht selbstbewusst sind, zu behaupten. Gegenüber denen, die Selbstbewusstsein damit definieren, dass sie den Erwartungen Anderer in möglichst exzellenter Manier entsprechen. Du willst den Erwartungen anderer nicht entsprechen, du willst dein Leben leben – in einer Gemeinschaft voller freier Individuen. Du hast ein Recht dazu und kein anderes Recht kann sich diesem Menschenrecht und Recht auf Selbstbestimmtheit überordnen. Auch nicht das Recht eines anderen Menschen. Genauso wenig solltest du selbst Recht erzeugen. Jedem*jeder sein Recht. Auf Leben. In Freiheit. Und bis dahin: Lebt euren Kampf und lasst euch dabei nicht entmutigen, ihr seid Viele und garantiert ist nirgendwo jemensch ganz alleine, haltet nur die Augen offen und seid umsichtig. Und hinter euch wird tatsächlich irgendwann ein ganzes Leben liegen, was es wert ist, so genannt zu werden. Ein vielfältiges Potpourri an Erlebnissen im Gegensatz zu dem Grau eines Lebens, in dem ihr vorrangig damit beschäftigt ward, euch zu Tote zu Arbeiten und in Einfalt auf euren Lebensabend zuzusteuern.

CrimethInc

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.